Tinseltown Rebellion Band...
 

 

Tinseltown Rebellion Band die Keimzele der MU'FAB

Konzert unter Freunden

Tinseltown Rebellion Band feiert ein grandioses Comeback
AZ 18.08.2008 von Lars Odenkirchen

Musik kann man ganz schön kompliziert machen. Wer ein wenig zum Thema Frank Zappa nachliest, merkt schnell, daß es ganze Abhandlungen zum Schaffen des Rockmusikers gibt. Doch seine Musik kann man auch ohne Abschluß auf der Musikhochschule genießen - das bewies die Tinseltown Rebellion Band bei ihrem Konzert auf der Burg Wilhelmstein.

Eine innige Zuneigung des Publikums zu dem 1993 verstorbenen Künstler setzten die Musiker nicht voraus. "Viele hier werden bestimmt denken : "Ich kenne Zappa nicht besonders, und ich mag ihn eigentlich auch nicht", ich schätze mal, die meisten sind nur hier, weil sie einen von uns kennen", meinte Schlagzeuger Horst Schippers. Ein Abend unter Freunden sollte es also werden - doch mit der fehlenden Liebe zur Musik des Exzentrikers irrte der Schlagzeuger. Die Stimmung in der beinah vollbesetzten Burg war prächtig. Immer wieder brandete Applaus auf. Für die Band selbst war es gewissermaßen ein Comeback. Vor elf Jahren hatten die zwölf Musiker zusammengefunden und die Zappa-Coverband gegründet, sich nach vier erfolgreichen Jahren aber dann doch wieder getrennt. "Bei einem Bierchen mit unserem Keyboarder Thomas Berndt kam die Idee, noch einmal zusammen zu spielen, also habe ich versucht, alle zusammen zu trommeln", erklärte Schippers. Die Reaktion seiner Musikerkollegen war eindeutig: "Ich dachte schon, du rufst nie an."

Auch die Zuschauer schienen das erste Konzert der Band nach der Pause herbeigesehnt zu haben: Als Schippers auf die Bühne kam und zu einem Solo ansetzte, brandete Applaus auf, und als dann noch seine Kollegen dazu kamen und die ersten Töne spielten, hörte man sogar einige Jubelrufe. Was Schippers danach sagte, war mehr Versprechen als Drohung: "Macht es euch bequem, es wird ein langer Abend." Er sollte recht behalten: Inklusive der Zugaben präsentierten die Künstler fast zweieinhalb Stunden lang eine breite Auswahl aus Zappas Liedern, bei denen die vielen Facetten der Musik des Amerikaners zu Tage gefördert wurden. Ganz einfach zugänglich ist diese nicht immer: Manchmal treffend als "collagenhaft" bezeichnet, werden da Melodien und Rhythmen aneinander gereiht, die im ersten Moment gar nicht zueinander zu passen scheinen. Die Lieder sind nicht so eingängig wie Manches, was man aus dem Radio gewohnt ist., doch die Darbietungen der Band, die aus fünf Bläsern, zwei Keyboardern, zwei Gitarristen, einem Schlagzeuger, einem Bassisten und einem Percussionisten besteht, waren dennoch oder eben gerade deswegen ein Genuß.

Zweifel am Können der Musiker wurden ohnehin schnell weggewischt: die komplexen Lieder ließen viel Platz für ausgiebige Soli. Eine weitere Aussage, die Schippers zwischendurch machte, spiegelte die Atmosphäre wohl am Besten wider: "Schön, daß wir auf der Bühne einen Riesenspaß haben dürfen." "Wir aber auch!" schallte es ihm da aus dem Publikum entgegen. Nach fast zweieinhalb Stunden ging der Abend schließlich zu Ende, zweimal waren die Musiker da schon von der Bühne gegangen und nocheinmal für die Zugaben zurückgekommen. Schippers erste Ansage hatte auch zum Schluß Bestand: Man muß Frank Zappa nicht mögen. Aber dieser Abend war eine gute Gelegenheit, endlich damit anzufangen.



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